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5 Fragen an zwei der Autoren des Whitepapers "Scan Bill im Loyalty-Umfeld"

Sie sprechen in Ihrem Whitepaper von datengetriebenen Loyaltyprogrammen. Inwiefern unterstützt Scan Bill ein datengetriebenes Marketing sowie die kundenzentrierte Unternehmensführung?

Roman Weber: Die Analyse und Interpretation von Kundeneinkaufsdaten stellt eine essentielle Voraussetzung für personalisiertes Marketing und kundenorientierte Geschäftsprozesse dar. Auf Basis von Transaktionsdaten, aber auch beispielsweise Mobilitätsdaten und Geolokalisierung, können aussagekräftige Verhaltensmuster für die jeweiligen Kundensegmente gebildet werden. Zusammen mit den sozioökonomischen und den psychographischen Kundenmerkmalen ermöglichen sie es, ein 360° Kundenprofil zu erarbeiten und so CRM-Prozesse zu optimieren. Scan Bill eröffnet praktisch jedem Händler und jedem Hersteller die Möglichkeit, die Verhaltensdaten automatisiert und digital zu sammeln und im Nachhinein auch mit den anderen Profildimensionen zu verknüpfen.

 

Welche Erfolge konnten Sie bereits mit der Implementierung von Scan Bill Technologie im stationären Handel erzielen?

Piotr Krzeszowiak: Wir haben Scan Bill bereits in verschiedenen Loyalty-Programmen sowie Promotion-Kampagnen in mehreren europäischen Märkten erfolgreich angewendet. Dabei arbeiten wir mit ausgewählten Technologie-Partnern zusammen, die die Front-end und Back-end Applikationen zur Verfügung stellen. Es gibt grundsätzlich drei Szenarien, in denen Scan Bill maßgeblich zur Effektivität und Effizienz beiträgt:

1. Umstellung von analogen bzw. statischen auf digitale und dynamische Programmmechaniken (z.B. von Stempelkarten auf digitale Kunden-Wallets)

2. Ermöglichung von kostengünstigen, technisch unkomplizierten Loyalty-Maßnahmen für mittelgroße und kleinere Einzelhändler (langfristige Programme, aber auch befristete Promotions)

3. Rollout von händlerübergreifenden Multipartnerprogrammen

In allen drei Anwendungsfällen konnten wir mit Scan Bill ein erhebliches Datenvolumen sammeln und auswerten. Das Potenzial umfasst mehrere hunderttausend Kassenbons monatlich. Somit wird es auch den kleineren Händlern ermöglicht, mit Scan Bill überhaupt datengetriebenes Marketing umzusetzen.

 

Sie sprechen in Ihrem Whitepaper viele Vorteile von Scan Bill an. Welche Vorteile der Scan Bill Technologie sehen Sie als essenziell und sollte von Unternehmen genutzt werden?

Piotr Krzeszowiak: Ein unmittelbarer Vorteil ist die einfache und schnelle Implementierung der Technologie. Das Auslesen der Kassenbon-Daten bedarf keiner komplexen Integration mit den Kassen/ePos Systemen, die häufig eine große Hürde bei der Implementierung von Loyalty-Programmen darstellen. Entscheidend ist ebenfalls die Skalierbarkeit von Scan Bill. Auch bei dezentralen Kassen- und Sales-Systemen, zum Beispiel in einer Franchisekette, können weitere Einkaufstätten einfach angebunden werden. Oder es können, ohne großen technischen Aufwand, auch diverse Kooperations-Marketingmaßnahmen geführt werden, wie beispielsweise Multipartnerprogramme und Partner-Kampagnen mit einer gemeinsamen "Loyalty-Währung". Die Möglichkeiten sind vielfältig. Den größten Vorteil sehen wir aber gerade für die Hersteller. Mit Scan Bill erhalten Hersteller erstmals die Möglichkeit, direkt mit dem Endkunden in Kontakt zu treten ohne den Umweg über den Händler zu machen.

Roman Weber: Trotzdem sollten für eine erfolgreiche Umsetzung auch einige Herausforderungen im Blick behalten werden. Auf der Kundenseite wird von Scan Bill eine hohe Nutzungsaktivität vorausgesetzt. Auf der Unternehmensseite muss Betrug vorgebeugt (fraud prevention) sowie der professionelle Umgang mit Daten-Insights und deren nachhaltige Monetarisierung gewährleistet werden.

 

Wie können die Unternehmen am besten mit den von Ihnen genannten Herausforderungen umgehen? Was würden Sie den Unternehmen mit auf den Weg geben?

Piotr Krzeszowiak: Bei der Konzepterstellung von Marketingmaßnahmen, egal ob es sich um ein langfristiges Loyalty-Programm oder kurzfristige Promotions handelt, müssen auf die Zielgruppe angepasste Vorteile und eine entsprechende Kommunikationsstrategie ausgearbeitet werden. Um den Kunden mit der Anwendung vertraut zu machen, sollte eine verständliche Onboarding-Strecke in der App und auf der Website kommuniziert werden. Die Benachrichtigung über den erfolgreichen Upload des Kassenbons sowie die Zurechnung des Bonus sollten ohne Zeitverzögerung erfolgen. Die Motivation des Kunden zur Nutzung des Features steigt, wenn er dynamische Incentivierungen erhält, die auf dem Kundenprofil und seinem Verhalten basieren. Dem Betrugs-Problem, wie zum Beispiel das mehrmalige Abfotografieren desselben Kassenbons, kann man heute mit optimierter, KI basierten Software entgegenwirken. Diese erkennt die Logik hinter betrügerischem Vorgehen und wird dadurch stetig weiter verbessert.

 

Sehen Sie in Zukunft noch weitere Chancen für Scan Bill? Welche Potenziale ergeben sich langfristig für den Handel und Hersteller?

Roman Weber: Neben dem datengetriebenen Marketing findet die OCR Texterfassung und die automatische Datenauswertungs-Software zunehmend Anwendung im digitalen Rechnungsmanagement. Die Finanzdienstleistungsbranche ist ein gutes Beispiel dafür. Rechnungen werden abfotografiert und die Überweisungsformulare werden automatisch befüllt. Enormes Potenzial sehen wir jedoch - wie vorher schon angesprochen - gerade für die Markenhersteller. Für diese ergeben sich drei gänzlich neue Möglichkeiten:

1. Direkte Kommunikation mit den Endverbrauchern

2. Aufbau eigener Incentivierungsmodelle

3. Sammeln faktischer Daten-Insights der Endverbraucher für CRM und Marktforschungszwecke